LISA: Lesen in der Sekundarstufe

 

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LISA:Lesen in der Sekundarstufe
(DFG-Projekt, Universität Kiel)

Prof. Dr. Jens Möller, Prof. Dr. Jan Retelsdorf
E-Mail: lisa@psychologie.uni-kiel.de



Ziele von LISA

Der Anteil 15-Jähriger, die nicht zum Vergnügen lesen, liegt nach Ergebnissen der ersten PISA-Studie in Deutschland bei 42%. Die Lesemotivation (z.B. Leseinteresse, lesebezogenes Selbstkonzept) ist aber – neben den kognitiven Grundfähigkeiten, der Lesegeschwindigkeit und dem Lernstrategiewissen – ein bedeutender Prädiktor der Lesekompetenz. Eine mangelnde Lesemotivation und damit verbundene negative Einstellungen zum Lesen können somit als mögliche Ursache für die schwache Lesekompetenz deutscher Schülerinnen und Schüler betrachtet werden.

Ziel von LISA ist es deshalb, Entwicklungen und Bedingungen des Leseverständnisses von Schülerinnen und Schülern im Verlauf der Sekundarstufe I anhand längsschnittlicher Betrachtungen zu analysieren. Dabei wird unter anderem erfasst, wie sich das Leseverhalten und die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern entwickeln und wie diese Entwicklungen mit der Lesemotivation verknüpft sind. Letztlich sollen förderliche Ursachen von günstigem Leseverhalten identifiziert, sowie schulische und außerschulische Maßnahmen zur Förderung der Lesekompetenz begründet werden.

Stichprobe und Durchführung

Die Stichprobe ist auf Schulebene repräsentativ für Schleswig-Holstein und umfasst N = 1508 Schülerinnen und Schüler aus 60 fünften Schulklassen der weiterführenden Schulformen. Zusätzlich zu den Schülerinnen und Schülern werden auch deren Eltern unter anderem zu ihren eigenen Lesegewohnheiten und dem sozialen Hintergrund sowie die zugehörigen Deutschlehrkräfte befragt.

Die erste Datenerhebung fand zu Beginn des fünften Schuljahres (2004/05) statt. Zwei weitere Messzeitpunkte erfolgten zum Ende des sechsten Schuljahres (Juni, 2006) und am Anfang der achten Klassenstufe (Oktober 2007). Eine Testung dauerte etwa vier Stunden, in denen die Schülerinnen und Schüler zunächst einen Lesekompetenztest (ähnlich denen aus IGLU oder PISA), einen Test zur Dekodiergeschwindigkeit bearbeiteten und anschließend einen umfassenden Fragebogen unter anderem zur Lesemotivation, Lesegewohnheiten, sozialem und schulischem Kontext ausfüllten.

Die Stichprobenziehung und die Durchführung der Datenerhebung wurden dem IEA Data Processing Center übertragen. Dieses Institut verfügt über große Erfahrungen in der Durchführung von Large-Scale-Studien (z.B. PISA, TIMSS), so dass sowohl eine standardisierte Erfassung durch geschulte Testleiterinnen und -leiter als auch die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen gewährleistet ist.

 

Publikationen

 
Möller, J. & Bonerad, E.-M. (2007). Fragebogen zur habituellen Lesemotivation. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 54, 259-267.

Möller, J., Bonerad, E.-M. & Pohlmann, B. (2006). Antwortmuster und Itemkennwerte: Ein unlösbares Item im KFT 4-12+R. Diagnostica, 52, 73-75.


Möller, J. & Retelsdorf, J. (2008). Lesen oder Fernsehen? Zur Vorhersage von Tätigkeitspräferenzen. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 40, 13-21.


Retelsdorf, J. & Möller, J. (2007). The impact of watching TV on reading literacy. In International Development in Europe Committee (IDEC) (Hrsg.), Conference Proceedings of the 15th European Conference on Reading. IDEC.


Retelsdorf, J. & Möller, J. (2008). Familiäre Bedingungen und individuelle Prädiktoren der Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 55, 227-237.


Retelsdorf, J. & Möller, J. (2008). Entwicklungen von Lesekompetenz und Lesemotivation: Schereneffekte in der Sekundarstufe? Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 40, 179–188.


Retelsdorf, J. & Möller, J. (2008). Fernsehkonsum und Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe. In B. Hofmann & R. Valtin (Hrsg.), Checkpoint Literacy. Tagungsband 1 zum 15. Europäischen Lesekongress 2007 in Berlin (S. 260-272). Berlin: Deutsche Gesellschaft für Lesen und Schreiben.