Hamburger Schulversuch alles»könner

 

 

 Prof. Dr. Jens Möller, Dipl. Psych. Anna Südkamp, Dipl. Psych. Friederike Helm
 
Hintergrund und Ziele des Hamburger Schulversuchs
 
Der Hamburger Schulversuch alles»könner ist ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt, bei dem Lehrkräfte von 53 teilnehmenden Schulen, Mitglieder der Hamburger Behörde für Schule und Bildung und Wissenschaftler verschiedener Fachdidaktiken zusammenarbeiten, um systematisch kompetenzorientierten Unterricht zu entwickeln, der alle Schülerinnen und Schüler individuell fördert. Unter den beteiligten Schulen sind sowohl Grundschulen als auch Schulen der Sekundarstufe 1 verschiedener Schulformen.
Das gemeinsame und übergeordnete Ziel besteht darin, Unterrichtskonzepte zu entwickeln, die die Entwicklung von Kompetenzen auf Seiten der Schülerinnen und Schüler optimal unterstützen. Kompetenzen können allgemein definiert werden als „erlernbare, kognitiv verankerte Fähigkeiten, die eine erfolgreiche Bewältigung bestimmter Anforderungssituationen ermöglichen“.
An alles»könner sind Expertinnen und Experten aus den Fachbereichen Deutsch, Fremdsprachen, Kunst, Mathematik, Musik, Naturwissenschaften, Religion/Gesellschaftswissenschaften und Sachunterricht beteiligt. In jedem Fachbereich gibt es eine Fachgruppe, die sich mit überwiegend konzeptioneller Arbeit beschäftigt. Jeder Fachgruppe gehört ein(e)Wissenschaftler(in) aus dem entsprechenden Fachbereich an, der/die mit Unterstützung von wisschaftlichen Mitarbeiter(innen)n wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Fachdidaktik und die eigene Expertise in die Fachgruppe einbringt. Als Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Lehrkräfte arbeiten eine Reihe von sogenannten Setkoordinatoren (Lehrkräfte verschiedener Schulen) in den Fachgruppen mit. Sie bringen ihre Unterrichtserfahrung und -expertise in die Fachgruppen ein. Jede Fachgruppe wird von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des Landesinstituts Hamburg koordiniert und trifft sich regelmäßig 1 x pro Monat. Die Setkoordinatoren übernehmen zusätzlich die Leitung eines sogenannten Fachsets. Einem Fachset gehören weitere Lehrkräfte der 53 beteiligten Schulen an, die Rolle des Fachkoordinators im Hamburger Schulversuch übernommen haben. In den Fachsets arbeiten Lehrinnen und Lehrer verschiedener Schulen zusammen, um gemeinsam neue Unterrichtskonzepte zu entwickeln. Die Fachsets werden in ihrer Arbeit von der übergeordneten Fachgruppe beraten. Die Fachkoordinatoren haben u.a. die Aufgabe, neu entwickelte Unterrichtskonzepte in den Fachkonferenzen an ihrer Schule vorzustellen. Die Idee ist, dass in den Fachkonferenzen die Umsetzung der neu entwickelten Unterrichtskonzepte vorbereitet wird, bevor diese von einzelnen Lehrerteams an den Schulen erprobt werden.
 
Evaluation
 
In Zusammenarbeit mit dem IPN (Dr. Markus Lücken) sind Prof. Dr. Jens Möller und Anna Südkamp für die Evaluation des Hamburger Schulversuchs alles»könner zuständig.
 
Überfachliche Kompetenzen
 
 
Neben den Arbeitsgruppen in den verschiedenen Fachbereichen gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema „Überfachliche Kompetenzen“ auseinandersetzt. Dieser Arbeitsgruppe gehören die Schulleiterinnen und Schulleiter von Referenzschulen, Prof. Dr. Jens Möller und Friederike Helm an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedenen Fachbereichen und in Bereich überfachliche Kompetenzen sind in dem gemeinsamen Forschungsprogramm „Komdif“ organisiert. In „Komdif“ wird an wissenschaftlichen Fragestellungen zum Thema Kompetenzentwicklung gearbeitet. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit den Hamburger Schulen fachspezifische Kompetenzentwicklungsmodelle zu erstellen und zu validieren.